Signal-Flaggen
Wenn man sich mit dem Heißluftballon in Schwindel erregende Höhen erhebt und die Menschen unten auf der Erde nur noch kleine Punkt sind, ist man ganz für sich. Mit unten gebliebenen zu kommunizieren ist dann nicht so leicht, das Handy hat nicht immer Empfang und eine andere Art der Verbindung gibt es nicht. Außer man benutzt Signal-Flaggen, mit denen das Spektrum der Nachrichten aber begrenzt ist.
Signal-Flaggen kennt man eigentlich eher aus der Schifffahrt. Früher, als es noch keinen Überseefunk gab, war man auch Signal-Flaggen angewiesen. Schließlich musste man sich in Notfällen und in anderen Situationen mit einem anderen Schiff verständigen können, ohne gleich einen Boten hin und her zu schicken.
Die Fahne, die für A (Alfa) steht hat zum Beispiel auch die Bedeutung, dass man gerade Taucher unten hat und vorbeikommende Schiffe das Gebiet großräumig umfahren sollen. Solche Fahnen werden auch heute noch gerne gehisst, da jedes Schiff weiß, was gemeint ist, auch wenn man es nicht vorher anfunkt.
Signal-Flaggen können Sprachbarrieren überwinden, weil ihre Bedeutungen im internationalen Signalbuch festgelegt sind. Jede Fahne steht für einen Buchstaben oder eine Zahl und hat meist noch einen Satz für den sie steht, zum Beispiel „Mann über Board“ oder „Ich brauche Hilfe“. Vor allem wenn die Funkssysteme nicht mehr funktionieren oder man nicht will, dass die Gespräche abgehört werden, sind Signal-Flaggen sehr praktisch.
Die Schiffe können miteinander kommunizieren, indem die Fahnen untereinander gehisst werden. Das geht mit vier Flaggen gleichzeitig und je nach Kombination ergeben sich neue Bedeutungen. „U“ und „W“ zum Beispiel werden von oben nach unten gelesen und bilden einen Stell (Satz von mehreren Signalflaggen). Obwohl U „Sie sind in Gefahr“ und W „Ich benötige ärztliche Hilfe“ bedeuten, stehen sie zusammen für „Gute Reise“.
Auch wenn man Namen, beispielsweise von Crew-Mitgliedern buchstabieren muss, kann man das mit den Signalflaggen tun. Hierbei muss man vor dem Buchstabieren eine Flagge mit der Bedeutung „Ich buchstabiere jetzt“ und nach dem Buchstabieren die Flagge „Ich habe buchstabiert“ hissen. Dies ist relativ umständlich, deshalb wird recht selten mit den Signalflaggen buchstabiert.
Einfacher geht das nämlich mit dem Winkeralphabet. Hier hat jemand zwei Flaggen in den Händen und durch verschiedene Stellungen stellt er verschiedene Buchstaben dar. Auch dieses Fahnen-Alphabet ist im internationalen Signalbuch festegelegt. Da man diese Art der Kommunikation recht schwer „abhören“ kann, wird sie in manchen Marinen immer noch häufig verwendet. So viel also zur ruhigen See.